Die Weizensaison 2026/27 offenbart deutliche Unterschiede zwischen den wichtigsten Anbauregionen. Die weltweite Erzeugung könnte leicht unter das außergewöhnliche Niveau der letzten Saison fallen, doch verbesserte Ernteprognosen in Russland, der Ukraine und Argentinien könnten schwächere Erträge andernorts ausgleichen und die internationalen Preise unter Druck halten.
Russland wird voraussichtlich die dominierende Kraft am Markt bleiben. Die dortige Weizenernte könnte die Marke von 90 Millionen Tonnen erreichen, nachdem erste Ergebnisse wesentlich höhere Erträge in den südlichen Regionen zeigten. Die Anbaufläche in der Ukraine liegt weiterhin unter dem Vorkriegsniveau, doch günstiges Wetter hat die Erträge verbessert. Die eskalierenden Angriffe auf Schwarzmeerhäfen und die Schifffahrt könnten jedoch die Exporte beider Länder einschränken und die weltweite Versorgung stören.
Weniger vielversprechend sind die Bedingungen in der Europäischen Union, wo anhaltende Dürre und Sommerhitze den Nutzpflanzen geschadet haben, insbesondere in Teilen Frankreichs. Die Vereinigten Staaten stehen vor einem noch drastischeren Rückgang: Die gesamte Weizenernte könnte dort um 23 % niedriger ausfallen als im Vorjahr, während die Produktion von Hard Red Winter Wheat auf den niedrigsten Stand seit 1957/58 fallen könnte.
Die Aussichten für Argentinien haben sich verbessert, da besseres Wetter und niedrigere Betriebsmittelkosten die Landwirte dazu ermutigten, die Aussaat auszuweiten. Die Produktion wird auf 21,6 Millionen Tonnen prognostiziert, was Exporte von 15,5 Millionen Tonnen ermöglichen könnte. Australien hat unterdessen seine Erwartungen aufgrund trockener Bedingungen nach unten korrigiert.
Insgesamt könnten starke Lieferungen aus Russland, der Ukraine und Argentinien den Preisanstieg begrenzen, doch schwächere Ernten in den Vereinigten Staaten, Europa und Australien dürften einen größeren globalen Überschuss verhindern. Wetter, Krieg und die Sicherheit der Handelsrouten im Schwarzen Meer bleiben daher entscheidend für den Weizenmarkt.




