Indiens Raumfahrtprogramm wird nicht mehr ausschließlich vom Staat kontrolliert. Das in Hyderabad ansässige Unternehmen Skyroot Aerospace hat eine neue kommerzielle Ära eingeleitet, indem es als erstes privates indisches Unternehmen eine im Inland entwickelte Rakete in die Umlaufbahn gebracht hat.

Skyroot wurde 2018 von den ehemaligen ISRO-Ingenieuren Pawan Kumar Chandana und Naga Bharath Daka gegründet und schrieb erstmals im November 2022 mit Vikram-S Geschichte – dem ersten Start einer privat gebauten Rakete in Indien. Der entscheidende Durchbruch gelang am 18. Juli 2026, als Vikram-1 vom Satish Dhawan Space Centre abhob. Die Mission Aagaman erreichte eine Umlaufbahn von etwa 450 Kilometern und beförderte kommerzielle sowie experimentelle Nutzlasten.

Die 22 Meter lange Rakete wurde für den expandierenden Markt für Kleinsatelliten konzipiert und kombiniert Kohlefaser-Verbundstrukturen, Feststoffbrennstoffstufen sowie ein wiederzündbares Flüssigkeits-Oberstufenmodul. Sie kann etwa 350 Kilogramm in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern und während einer einzigen Mission mehrere Satelliten aussetzen.

Der Aufstieg von Skyroot spiegelt die Entscheidung Indiens aus dem Jahr 2020 wider, seine Weltrauminfrastruktur für private Unternehmen zu öffnen. ISRO und IN-SPACe stellten Testanlagen, Genehmigungen und Startunterstützung zur Verfügung, während private Investitionen die Entwicklung beschleunigten.

Indien strebt an, seine Weltraumwirtschaft von derzeit etwa 8 Milliarden US-Dollar bis 2033 auf 44 Milliarden US-Dollar auszuweiten. Skyroot demonstriert, wie dieses Ziel erreicht werden könnte: durch die Umwandlung jahrzehntelanger öffentlicher Expertise in eine wettbewerbsfähige kommerzielle Startindustrie, die Kunden weltweit bedient. ISRO · Skyroot