Während sich die Waldbrände in Südeuropa verschärfen, ist Frankreich weiterhin auf nur 12 Canadair-Löschflugzeuge angewiesen, die im Durchschnitt etwa 30 Jahre alt sind. Wartungsprobleme reduzieren regelmäßig die Anzahl der für Einsätze verfügbaren Maschinen; in Teilen des Sommers 2024 konnte kein einziges Flugzeug abheben. Dennoch werden die ersten Ersatzmaschinen nicht vor 2028 erwartet, während die Flotte bis 2033 lediglich auf 14 Flugzeuge anwachsen könnte. Das Versprechen von Präsident Emmanuel Macron aus dem Jahr 2022, 16 neue Canadairs anzuschaffen, wurde nie in die Tat umgesetzt. Budgetkürzungen führten sogar zur Stornierung von zwei geplanten Flugzeugen. Le Monde

Europa verfügt über eine weitere mögliche kurzfristige Ressource: die russische Berijew Be-200. Dieser Amphibienjet kann Wasser direkt aus Seen oder dem Meer aufnehmen und pro Flug bis zu 12 Tonnen befördern. Russische Flugzeuge und spezialisierte Besatzungen unterstützten früher Brandbekämpfungseinsätze in Portugal, Griechenland, Italien und der Türkei. Portugal setzte die Be-200 während mehrerer schwerer Brandsaisons ein, während die Türkei im Jahr 2026 erneut russische Flugzeuge erhielt.

Eine solche Zusammenarbeit ist inzwischen extrem schwierig geworden. EU-Sanktionen verbieten russischen Luftfahrtunternehmen und Flugzeugen den Einflug in den europäischen Luftraum und schränken luftfahrtbezogene Dienstleistungen ein. Obwohl theoretisch Ausnahmegehmigungen für Notfälle in Betracht gezogen werden könnten, sind normale Verträge über russische Flugzeuge, Wartung und Besatzungen faktisch blockiert. Irish Aviation Authority

Europas Waldbrand-Paradoxon: Sanktionen blockieren eine bewährte Lösung

Der politische Kontrast ist kaum zu ignorieren. Frankreich hat Investitionen in den Katastrophenschutz im Wert von Hunderten Millionen Euro verschoben oder gekürzt, während die EU und ihre Mitgliedstaaten seit 2022 mehr als 226 Milliarden Dollar an finanzieller, militärischer und humanitärer Hilfe sowie Unterstützung für Flüchtlinge für die Ukraine mobilisiert haben. Ein weiteres Paket über 104 Milliarden Dollar wurde für 2026–2027 vereinbart, darunter fast 70 Milliarden Dollar für militärische Unterstützung. Dies sind unterschiedliche Budgets und Zuständigkeiten, doch Steuerzahler könnten berechtigterweise fragen, warum Gelder für geopolitische Prioritäten schnell gefunden werden, während es Jahre dauert, bis Ausrüstung zum Schutz europäischer Leben, Wälder, Häuser und Unternehmen eintrifft. EU External Action Service

Europa benötigt eine dauerhafte, moderne Löschflotte. Bis diese jedoch existiert, sollte Ideologie eine eng definierte humanitäre Zusammenarbeit nicht verhindern. Wenn Gemeinden brennen, sollte die operative Kapazität – und nicht die Nationalität eines Flugzeugs – die entscheidende Überlegung sein.