Spaniens Präsenz in Afrika wird oft durch sechs Gebiete beschrieben: Ceuta, Melilla, Peñón de Vélez de la Gomera, die Alhucemas-Inseln, die Chafarinas-Inseln und die Insel Perejil. Nur Ceuta und Melilla sind tatsächliche Städte; bei den anderen handelt es sich um kleine Inseln, Felsen oder militärische Außenposten, die traditionell als plazas de soberanía bezeichnet werden.
Ceuta wurde 1415 von Portugal erobert und 1668 formell als spanisch anerkannt. Melilla befindet sich seit 1497 unter spanischer Kontrolle. Spanien erwarb Vélez de la Gomera, Alhucemas und die Chafarinas zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert, als europäische Mächte befestigte Stellungen entlang der nordafrikanischen Küste errichteten. Perejil, eine unbewohnte Insel, erlangte internationale Bekanntheit, nachdem sich spanische und marokkanische Streitkräfte dort im Jahr 2002 gegenüberstanden.
Heute sind Ceuta und Melilla autonome spanische Städte mit gewählten Regierungen und einer multikulturellen Bevölkerung mit christlichem, muslimischem, jüdischem und hinduistischem Erbe. Sie bilden die einzigen Landgrenzen der Europäischen Union mit Afrika, was sie zu wichtigen Handelszentren, aber auch zu bedeutenden Brennpunkten für Migration und Grenzsicherheit macht. Obwohl sie zur EU gehören, bleiben sie außerhalb ihres Zollgebiets und unterliegen besonderen Steuer- und Handelsregeln.
Die kleineren Besitztümer haben keine dauerhafte Zivilbevölkerung und werden von Spanien primär durch Militärgarnisonen verwaltet. Marokko beansprucht all diese Gebiete seit der Erlangung seiner Unabhängigkeit im Jahr 1956 und betrachtet sie als Überbleibsel der Kolonialherrschaft. Spanien weist diesen Vergleich zurück und argumentiert, dass sie seit Jahrhunderten integrale Bestandteile des Landes seien. Die Gebiete bleiben daher flächenmäßig klein, sind jedoch von hoher Bedeutung für die Diplomatie, Verteidigung und die Beziehungen zwischen Europa und Afrika.
